HELEN SUNG Quintet - "Sung with words"

Dienstag, 5. Februar 2019, 20:15 Uhr - CHF 45.-

 

Aktualisiert am: 12.09.2019

Helen Sung p, Reuben Rogers b, John Ellis sax, Kush Abadey dr, Christie Dashiell voc

 

Die Pianistin und Komponistin Helen Sung hat den größten Teil ihres Lebens in zwei verschiedenen Welten verbracht: eine Klassikstudentin, die Anfang ihrer Zwanziger zum Jazz wechselte und die grenzenlose Bandbreite und das Potential des Klaviers in einer Weise kennt, wie es nur wenige Spezialisten beider Genres tun.

Darüber hinaus verkörpert Sung als Tochter chinesischer Einwanderer in Amerika zwei unterschiedliche Kulturen und hat eine musikalische Stimme und Identität entdeckt, die beiden - und noch wichtiger - sich selbst treu sind.

Sung, geboren und aufgewachsen in Houston, Texas, begann im Alter von fünf Jahren mit klassischem Klavier- und Geigenunterricht und studierte in ihren prägenden Jugendjahren bei einem strengen Lehrer der russischen klassischen Klaviertradition. Helen ging vier Jahre lang diesen rigorosen Weg durch Houstons gefeierte Hochschule für Darstellende und Bildende Künste (HSPVA) und entschied sich dann, ihr klassisches Klavierstudium an der Universität von Texas in Austin fortzusetzen, trotz der Hoffnung ihrer Eltern, dass sie eine traditionellere Karriere in der Medizin verfolgen würde.

 

Ihr Plan war es, Konzertpianistin zu werden, an Wettbewerben teilzunehmen und höchstwahrscheinlich zu unterrichten und aufzutreten, aber in ihrem letzten Studienjahr trat eine erschütternde Veränderung ein, als ein Freund sie zu einem Harry Connick Jr. Konzert einlud. Helen erinnert sich: "Er trat mit seiner Big Band auf und sie waren sehr unterhaltsam. Aber mitten im Konzert setzte er sich hin und spielte ein paar Solo-Klavierstücke. Ich wollte aus meiner Haut fahren, diese Musik war so lebendig... und ich erinnere mich daran, wie ich dachte: 'Ich wusste nicht, dass man so Klavier spielen darf!'"

Es war der Beginn ihrer musikalischen Emanzipation mit dem Ergebnis einer unerwarteten Kurskorrektur: Während sie ihr klassisches Studium beendete, schrieb sich Sung in Jazzkurse ein, überzeugte den Jazz-Klavier-Professor, ihr Unterricht zu geben und vertiefte sich in Jazzaufnahmen und -Bücher der Musikbibliothek. Nachdem sie ihren Bachelor of Music erhalten hatte, entschied sich Helen zu bleiben und einen Master of Music in klassischem Klavierspiel zu absolvieren (die Universität von Texas bot zu dieser Zeit keinen Master in Jazz an), während sie auch jeden verfügbaren Jazzkurs belegte.

Eine wachsende Besorgnis über diese Veränderung in Helens Musikstudium veranlasste ihre Eltern, darauf zu bestehen, dass sie nach ihrem Master-Abschluss über Doktorandenprogramme im klassischen Klavier nachdenken würde. Sie beging den schmalen Grad zwischen der Agenda ihrer Eltern und ihrer eigenen und forderte Informationen von verschiedenen Schulen, einschließlich des New England Conservatory, an. Ein unscheinbarer Absatz in der NEC-Broschüre kündigte das brandneue Thelonious Monk Institut für Jazz-Performance an, das ab 1995 dort untergebracht werden sollte. Das zweijährige Programm würde nur sieben Studenten aufnehmen, einen für jedes Instrument, um ein Jazz-Septett zu bilden. Helen beschloss heimlich, sich nur für dieses Programm zu bewerben und wurde als Pianistin für die erste Klasse angenommen.

Das zweijährige Programm beinhaltete ein "Who is Who" der Jazz-Lehrer, darunter der künstlerische Leiter Ron Carter, Clark Terry, Jackie McLean, Sir Roland Hanna, Jimmy Heath, Wynton Marsalis, Barry Harris und Jon Faddis, um nur einige zu nennen. Die Schüler tourten auch mit Herbie Hancock und Wayne Shorter durch Indien und Thailand, traten im Kennedy Center auf und sammelten Erfahrungen, indem sie Meisterkursen und Workshops gaben. Nach ihrem Abschluss spielte Helen mit einigen ihrer Monk-Institute-Alumni und Künstlern ihrer Umgebung in Boston, bevor sie 1999 nach New York zog: In diesem Jahr war sie Semifinalistin am Jazz-Klavierwettbewerb des Thelonious Monk Institute und erhielt ein Fish-Middleton Jazz Stipendium.

 

In Zusammenarbeit mit ihrer kleinen Gruppe, mit der sie ihre Performance weiter verfeinerte und ihre Fähigkeiten als Komponistin erprobte, hatte Sung 2002 genug Material zusammengestellt, um „PUSH“ aufzunehmen, ihr erstes Album, das 2003 auf dem Label Fresh Sound New Talent veröffentlicht wurde. „Helenistique“ folgte im Jahr 2006, bevor sie 2007 mit der Veröffentlichung von „Sungbird After Albeniz“, ein Projekt, das ihre Erfahrungen in Jazz und Klassik verwebt, bei Sunnyside Records landete. Im selben Jahr gewann Sung den Mary Lou Williams Jazz-Klavierwettbewerb des Kennedy Centers und war in der berühmten Marian McPartland's NPR Show „Piano Jazz“ zu Gast.

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